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Kräuter und Öle·5 Min. Lesezeit·12.08.2025

CBD-Öl bei Pferden: Wirkung, Anwendung und wichtige Hinweise

Was über die Wirkung von CBD beim Pferd bekannt ist, was der rechtliche Rahmen zulässt, warum es im Turniersport tabu ist und worauf du beim Kauf achtest.

CBD-Öl (Cannabidiol) ist längst nicht mehr nur in der Humanmedizin ein Thema, auch in der Pferdewelt rückt es immer stärker in den Fokus.

Viele Pferdebesitzerinnen hoffen darauf, ihrem Pferd damit etwas Gutes zu tun. Was tatsächlich untersucht ist, was der rechtliche Rahmen zulässt und worauf du achten musst, steht hier. Vorweg, damit du weißt, worauf du dich einlässt: CBD ist für Pferde nicht zugelassen, und belastbare Studien zur Wirkung beim Pferd gibt es nicht.

Was ist CBD überhaupt?

CBD steht für Cannabidiol, einen natürlichen Bestandteil der Hanfpflanze.

Anders als THC wirkt CBD nicht psychoaktiv, dein Pferd wird also nicht „high“.

Stattdessen interagiert es mit dem Endocannabinoid-System des Körpers, das an vielen Prozessen beteiligt ist, unter anderem:

  • Schmerzempfinden

  • Entzündungsreaktionen

  • Immunsystem

  • Stress- und Angstregulation

Dieses System gibt es auch beim Pferd. Daraus folgt aber noch nicht, dass CBD dort dasselbe tut wie beim Menschen, dazu gleich mehr.

Was untersucht ist, und was nicht

Bis hierher ist alles Grundlagenwissen: Es gibt dieses Rezeptorsystem, und CBD dockt daran an. Die spannende Frage kommt danach, und da wird es dünn.

Der allergrößte Teil dessen, was man über CBD liest, stammt aus Zellversuchen, aus Versuchen an Nagern oder aus der Humanmedizin. Für das Pferd gibt es inzwischen einige Untersuchungen zur Verträglichkeit und zu der Frage, wie viel vom Wirkstoff nach der Gabe übers Maul überhaupt im Blut ankommt. Deren Ergebnis in einem Satz: Es kommt wenig an, und wie viel es ist, schwankt zwischen einzelnen Pferden erheblich.

Was fehlt, sind kontrollierte Studien am Pferd, die zeigen, dass CBD ein bestimmtes Beschwerdebild bessert. Es gibt einzelne kleine Arbeiten zu Verhalten und Bewegung, mit uneinheitlichen Ergebnissen und wenigen Tieren. Für eine belastbare Aussage reicht das nicht.

Deshalb steht in diesem Beitrag nicht, wogegen CBD hilft. Ich weiß es nicht, und niemand, der es dir verkauft, weiß es besser. Was ich aufschreiben kann, ist der Rahmen, in dem du dich bewegst, und der ist enger, als die meisten denken.

Der rechtliche Rahmen, und warum er eng ist

CBD ist für Pferde nicht zugelassen, weder als Arzneimittel noch als Zusatzstoff im Futter. Ein Hersteller darf deshalb keine Wirkung gegen Krankheiten in Aussicht stellen, und ich darf das genauso wenig. Wer es einsetzt, tut das außerhalb jeder Zulassung, auf eigene Verantwortung.

Im Turniersport ist es tabu. Cannabinoide stehen auf den Dopinglisten, und verlässliche Karenzzeiten gibt es für die meisten Produkte nicht, weil die dafür nötigen Untersuchungen fehlen. Wer startet, lässt es weg. Die Sperre trifft die Reiterin, nicht den Hersteller.

Und der Punkt, den fast niemand auf dem Schirm hat: der Equidenpass. Ein Pferd gilt in der EU als lebensmittellieferndes Tier, solange es nicht ausdrücklich als „nicht zur Schlachtung bestimmt" eingetragen ist. Für diese Tiere dürfen pharmakologisch wirksame Stoffe nur angewendet werden, wenn sie dafür europäisch bewertet und gelistet sind. Cannabidiol ist das nicht. Sieh also im Pass nach, bevor du etwas fütterst, was dort nicht hineingehört. Das ist keine Formalie: Der Eintrag ist unwiderruflich, und er ist trotzdem für die allermeisten Freizeitpferde die richtige Wahl.

Wenn du dich trotzdem dafür entscheidest

Dann ist die Produktqualität der einzige Punkt, den du selbst in der Hand hast. Worauf ich schaue:

  • Ein aktuelles Analysezertifikat zur Charge, nicht nur ein Werbebild davon. Die Gehalte schwanken zwischen Chargen erheblich.
  • Ein ausgewiesener CBD-Gehalt in Milligramm, damit du überhaupt weißt, was du gibst.
  • Nachweislich niedriger THC-Gehalt, aus zertifiziertem EU-Nutzhanf.
  • Kein Anbieter, der dir Heilung verspricht. Wer das tut, hat entweder das Recht nicht gelesen oder es bewusst ignoriert, und beides sagt dir etwas über den Rest der Sorgfalt.

Ich arbeite mit dem CBD-Öl für Pferde von SWISS FX, weil es diese Punkte erfüllt: ausgewiesener Gehalt, Analysezertifikat, zertifizierter EU-Nutzhanf. Über den Link bekomme ich eine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts.

Und der Satz, der über allem steht: Bevor irgendetwas ins Futter kommt, gehört ein Pferd mit Schmerzen, anhaltender Unruhe oder Magenproblemen untersucht. Ein Öl ist keine Diagnose.

Häufige Fragen

Ist CBD-Öl für Pferde in Deutschland erlaubt?

Besitz und Verkauf von CBD-Produkten sind nicht verboten, aber für Pferde ist CBD weder als Arzneimittel zugelassen noch als Futtermittelzusatzstoff genehmigt. Ein Hersteller darf deshalb keine Wirkung gegen Krankheiten versprechen, und wer es einsetzt, tut das außerhalb einer zugelassenen Anwendung. Wer sein Pferd behandelt haben möchte, spricht mit dem Tierarzt, statt sich auf Werbetexte zu verlassen.

Ist CBD im Turniersport verboten?

Cannabinoide stehen auf der Dopingliste, und das schließt CBD ein. Zwischen der letzten Gabe und einem Start muss deshalb eine ausreichende Karenzzeit liegen. Verlässliche Karenzzeiten für Pferde gibt es für die meisten Produkte nicht, weil die dafür nötigen Untersuchungen fehlen. Wer startet, lässt es also besser ganz weg.

Macht CBD Pferde müde?

Beobachtet wird eher, dass Pferde gelassener auf Reize reagieren, nicht dass sie schläfrig werden. Wie deutlich das ausfällt, schwankt von Pferd zu Pferd stark. Wichtig bleibt der Blick auf die Ursache: Ein Pferd, das unruhig ist, weil der Magen schmerzt, weil die Fresspausen zu lang sind oder weil die Herde nicht passt, braucht keine Beruhigung, sondern eine Änderung an genau dieser Stelle.

Enthält CBD-Öl THC?

Vollspektrum-Öle aus Nutzhanf enthalten in der Regel Spuren von THC unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Für die Wirkung spielt das kaum eine Rolle, für eine Dopingprobe schon. Wer ein Produkt kauft, sollte ein aktuelles Laborzeugnis dazu verlangen, denn die Gehalte schwanken zwischen Chargen erheblich.

Woran würde ich merken, ob sich etwas ändert?

Nur an einer sauberen Beobachtung, und die musst du selbst führen. Schreib vorher auf, was dir auffällt, ändere in dieser Zeit nichts anderes an Futter, Haltung und Training, und lies nach vier Wochen nach. Ohne diese Notizen schreibst du jede zufällige Besserung dem Öl zu, und das ist der Grund, warum Erfahrungsberichte im Netz so eindrucksvoll klingen. Wenn sich nichts ändert, setz es ab, statt die Dosis zu erhöhen.

Bevor du zum Öl greifst

Fast alles, wogegen CBD eingesetzt wird, hat beim Pferd auch eine ganz handfeste Erklärung. Unruhe und Schreckhaftigkeit kommen häufig aus dem Magen oder aus zu langen Fresspausen. Hautprobleme kommen häufig aus der Versorgung. Und wiederkehrende Verdauungsthemen kommen aus dem Darm.

Deshalb lohnt es sich, vorher die Reihenfolge aus dem Beitrag wenn die Ursache unklar bleibt durchzugehen. Und wenn es um Haut und Fell geht, rechne zuerst nach, ob Zink und Kupfer überhaupt ankommen. Beides kostet nichts und beantwortet mehr Fragen als jede Flasche.

Zuletzt fachlich überarbeitet am 07.09.2026.

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